Verschiedene (Reiter-)Typen

Veröffentlicht von lisasiegler am

Groß gewachsen – lange Beine: die perfekte Reiterfigur? (Teil 1)

Man muss sich bewusst machen, dass es jeden von uns nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Jeder Mensch ist individuell – jeder Reiter auch!

Möglichst groß gewachsen und lange Beine, das ist die perfekte Reiterfigur in vielen Köpfen. Doch was tun, wenn man eben nicht dieser vermeintlichen Idealvorstellung entspricht? Sofort aufhören zu reiten? Entwarnung! Jede Konstitution hat gewisse Eigenschaften die ich nicht als positiv oder negativ bezeichnen würde.  

Grundsätzlich kann man sagen, dass ausgeglichene Längenverhältnisse im Körper (Verhältnis Ober- Unterkörper) dem Reiter entgegen kommen. Außerdem geben  die Länge des Beckens und das Verhältnis der Extremitäten (Arme und Beine) Aufschluss über mögliche Hürden.

Verschiedene Typen

          Lulatsch. Damit meine ich große Reiter mit langem Ober- und Unterkörper.  Grundsätzlich kann man sagen, dass lange Reiter schneller instabil werden und diverse Extremitäten sich gerne verselbstständigen.  So fällt es diesen Reitern oft schwer ausbalanciert zu sitzen. Große Bewegungen sind für diese Reiter hingegen meist kein Problem.
Der lange Reiter muss seinen Körper gut beherrschen können und seine Gleichgewichtsfähigkeit schulen. Er braucht ein besonders gutes Körpergefühl und sollte vermehrt an seiner Rumpfstabilität arbeiten. Körperspannung ist für diesen Typ sehr wichtig. Jegliche Art von Balance- und Stabilitätsübungen sind zu empfehlen.  

          Stöpsel. Kurze Reiter hingegen sind in der Regel stabiler, können sich besser balancieren und haben ein gutes Körpergefühl. Jedoch fällt es ihnen gewöhnlich schwerer, große Bewegungen des Pferdes abzufangen und geschmeidig in die Pferdebewegung einzugehen.  
Bei kurzen Reitern sollte vorrangig die Beweglichkeit und Dehnfähigkeit verbessert werden.

          Schlange. Dieser Typ neigt dazu, zu beweglich zu sein – oft liegt das an einer deutlich ausgeprägten S-Form der Wirbelsäule. Grundsätzlich ist Beweglichkeit wichtig für Reiter. Jedoch nicht uneingeschränkt! Übermäßige Beweglichkeit führt zu Instabilität. Der Körper versucht dies durch Verspannung auszugleichen und behindert somit das geschmeidige Eingehen in die Bewegung.
Dieser Typ sollte an seiner Rumpfstabilität und allgemein an seiner Körperspannung arbeite. Stabilitätstraining ist besonders wichtig.

          Besenstiel. Reiter mit einer sehr geraden Wirbelsäule wirken oftmals so, als hätten sie einen Besenstiel verschluckt. Stabilität ist kein Problem für diesen Typ. Ansonsten gilt ähnliches wie bei oben beschriebenem „Stöpsel“.

Ich habe versucht möglichst anschaulich ein paar Haupttypen zu beschreiben. Meine Darstellung habe ich bewusst einfach gehalten. Vielmehr geht es mir darum, das Bewusstsein von Reitern und Trainern zu schärfen. Es lohnt sich genauer hinzuschauen und  ein Verständnis dafür zu entwickeln warum nicht alles bei jedem gleich funktioniert. In diesem Sinne: Jeder Mensch ist individuell – jeder Reiter auch! Und das ist auch gut so.

 

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.